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21.10.2009

Startschuss im Rathaus für „Wir helfen Afrika”

Projekt Aufruf an die Bürger, sich an humanitärem Vorhaben zu beteiligen - Fußball-Weltmeisterschaft als Anlass - Kaufbeuren symbolisch der Slowakei zugeordnet

Kaufbeuren |mab| Die Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika wird wohl wieder ein Milliardenspektakel. "Aber die Ärmsten der Armen werden vergessen", betonte Rudolf Schnippe, Koordinator für Kaufbeuren bei dem humanitären Projekt "Wir helfen Afrika". Dem soll abgeholfen werden. Neben vielen anderen deutschen Städten beteiligt sich nämlich auch die Wertachstadt an dem Unterfangen, das 32 schwer kranken oder verletzten afrikanischen Kindern eine Operation ermöglichen soll (siehe Daten und Fakten). Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse hatte zur Auftaktveranstaltung in den ehrwürdigen alten Sitzungssaal des Rathauses geladen, wo er unter anderem auch den Vorsitzenden des Vereins "Wir helfen Afrika", den Bambi-Preisträger Dr. Igor Wetzel, und die beiden prominenten Stadtpaten Kaufbeurens für das Projekt, Eishockey-Legende Didi Hegen und Ex-Fußballstar Franz "Bulle" Roth begrüßte. Es gebe zahlreiche helfende Hände in der Stadt, die sich auch in und für Afrika engagierten, so Bosse. Darum sei Kaufbeuren für die Teilnahme an dem Projekt geeignet.

Dr. Igor Wetzel bezeichnete "Hilfe für Afrika" als Folgeprojekt zu "Wangen hilft Togo", das zur WM 2006 veranstaltet worden war. Kaufbeuren werde symbolisch dem WM-Teilnehmer Slowakei zugeordnet, erläuterte Stadtkoordinator Rudolf Schnippe. Es sei die kleinste WM-Nation, die zudem noch nie an dem Turnier teilgenommen habe. Schnippe überbrachte die Grüße des slowakischen Generalkonsuls in München, der demnächst auch aus diesem Anlass zu Gast in Kaufbeuren sein will.
Wie soll nun das Geld in Kaufbeuren zusammenkommen? Schnippe nannte mehrere Beispiele:
Man könnte auf Weihnachtsfeiern oder -geschenke in Betrieben verzichten und das Geld spenden. Schulen und Vereine hätten die Möglichkeit, Benefizveranstaltungen zu organisieren. Beim Kunsthaus soll ein Euro zusätzlich als Eintritt verlangt werden. "Unternehmer könnten jeden Euro, den die Belegschaft für uns sammelt, verdoppeln", gab der Koordinator weitere Denkanstöße. Wer Informationen brauche, könne sich bei ihm melden.

Bei der Auftaktveranstaltung waren auch viele Kaufbeurer Aktivisten - Organisationen, Schulen und Vereine - zugegen, die sich schon seit geraumer Zeit für Afrika engagieren. Sie stellten ihre Projekte zum Teil mit kleinen Filmbeiträgen vor.

Daten und Fakten zum Projekt

• 32 Städte - unter ihnen München, Stuttgart, Karlsruhe und eben auch Kaufbeuren - beteiligen sich am Projekt des in Leutkirch sitzenden Vereins "Wir helfen Afrika".
• Die 32 Städte symbolisieren die 32 bei der Fußball-WM teilnehmenden Nationen. Kaufbeuren ist dem Land Slowakei zugeordnet.
• Jede Stadt soll mindestens 8000 Euro durch Benefizveranstaltungen und Spenden aufbringen. Diese werden für die Operation je eines schwer kranken afrikanischen Kindes verwendet. Viele dieser OPs finden auf der "Africa Mercy" statt, ein Schiff, das die Hilfsorganisation "Mercy Ships" betreibt.
• Kommt mehr Geld in einer Stadt zusammen, wird es an weitere helfende Hände asgeschüttet. In Kaufbeuren sind das die Hilfsorganisationen Humedica und Mercy Ships, die Vereine ZimRelief, Weltladen und" Tanten für Tansania" und drei Schulen (Marien-Gymnasium, Gustav-leutelt-Schule und Vofksschule Hirschzell). Alle verwenden die besagten Mittel für Afrika.
• Als erste Benefizveranstaltung gibt es am 17. Dezember im Stadtsaal eine Gala.
• Wer in Kaufbeuren und Umgebung dazu beitragen will, dass Geld für das Vorhaben zusammenkommt, wendet sich an den zuständigen Stadtkoordinator Rudolf Schnippe unter Telefon (08341) 67489 oder per Email: rudi_schnippe@yahoo.com.
Spenden gehen auf das Konto 20990 bei der Sparkasse Kaufbeuren unter dem Stichwort "Wir helfen Afrika".

erschienen in der Allgäuer Zeitung am 21. Oktober 2009


Foto: Mathias Wild

Kaufbeurer Startschuss für ein bundesweites Hilfsprojekt: (von links) Sportpate Franz "Bulle" Roth, Stadtkoordinator Rudi Schnippe, Oberbürgermeister Stefan Bosse, Dr. Igor Wetzel (Vorsitzender des Vereins "Wir helfen Afrika") und Sportpate Didi Hegen begutachten zwei große Fußballschuhe, die als Symbole des Projektes fungieren. Kaufbeuren erhält noch einen eigenen Schuh, der die Zuordnung der Stadt zum WM-Teilnehmer Slowakei darstellen soll. Der beauftragte Schuhmacher war aber mit dem weiteren Schuh noch nicht ganz fertig, er wird nachgereicht.


Sendemitschnitt (c) TV-Allgäu